Medienmitteilung vom 30. April 2025 (Stadtklimainitiative)
5. Mai 2025
Die Mitte Aarau lehnt die Stadtklimainitiative Grün und Blau statt Grau aus ökologischen Gründen ab und unterstützt das überparteiliche Komitee „Nein! Zur extremen Stadtklima Initiative“
Die Mitte Aarau hat anlässlich ihrer Generalversammlung vom 3. April 2025 die Parole gefasst, die Stadtklimainitiative mit der Forderung, 5% der versiegelten Flächen bereits bis 2032 zu entsiegeln, ab. Eine so forcierte Entsiegelung kann im Widerspruch zum Gewässerschutz stehen sowie kontraproduktiv zu nachhaltigen Lösungen im mittelfristigen Umgang mit extremeren Naturereignissen sein.
Gerade Parkplätze sind in der Regel aus Gewässerschutzgründen versiegelt. Schmiermittel und Kraftstoffe können so nicht ungehindert in den Boden versickern und Grundwasser und Böden belasten. Diese Verschmutzungsgefahr wird sich mit der zunehmenden Anzahl an E-Autos verringern, es ist aber äusserst zweifelhaft, ob die Gefahr schon in sieben verbleibenden Jahren zur Umsetzung der Entsiegelung gebannt sein wird. Ebenfalls können mit einer solchen Fristvorgabe neuere Ansätze wie das Konzept der „Schwammstadt“ ungenügend berücksichtigt werden. Mit dem wärmeren Klima ist mit heftigeren Niederschlägen und somit auch mit mehr Oberflächenabfluss zu rechnen aber auch längere Trockenphasen sind nicht auszuschliessen. Es gilt daher, die Wassermassen kontrolliert und an den richtigen Stellen in den Boden zu leiten. Eine forcierte Entsiegelung kann deshalb kontraproduktiv sein. Unter Umständen werden so kritische Flächen ausgeschwemmt oder zu stark ausgetrocknet.
Die Mitte Aarau engagiert sich deshalb im kürzlich ausgerufenen überparteilichen Komitee zur Ablehnung der extrem formulierten Stadtklimainitiative.
Gleichzeitig unterstützt die Mitte Aarau Gegenvorschlag des Stadtrates, welcher auch im Einwohnerrat mit 32 Ja- zu 15 Nein-Stimmen deutlich angenommen wurde.
Die Mitte Aarau anerkennt den grundsätzlichen Nutzen einer Entsiegelung, befürchtet aber, dass der enge Zeitplan der radikalen Stadtklimainitiative keine ökologisch nachhaltigen Lösungen zulässt. Der Gegenvorschlag sieht vor, die 5%-Entsiegelung bis 2045 zu vollziehen. Damit bleibt genügend Zeit, die Entsiegelung konzeptionell richtig und damit im Sinne einer tatsächlich nachhaltigen Klimaschutzmassnahme anzugehen.
